Was an so einem Tag alles passiert...


Heute war für mich ein Trödeltag oder besser gesagt ein Tag ganz für mich. Ich hab lang geschlafen, meinen Morgenbrei genossen und dann am See 1 Stunde Yoga gemacht. In der Vormittagssonne am spiegelglatten See mit dem SUP rausgefahren, die Sonne nach dem gestrigen Regentag doppelt genossen. Mir wird da oft schwindelig am SUP, wenn ich mich in den Geräuschen des Wassers und dem Blau des Himmels, der sich im Schwarzblau des Sees spiegelt, verliere.

Zu Mittag aus der Herbstfülle meines Gartens Fisolen und Kartoffel zubereitet und dann? Ja was sollte ich mit dem angebrochenen Nachmittag anfangen? Eine Bergtour obwohl es ja schon früher dunkel wird? Ich packte eine Wasserflasche, stopfte eine Wolljacke in einen viel zu großen Rucksack und fuhr mit dem Rad los. Ich nahm mein altes Mountainbike, das wo ich noch richtig strampeln musste ohne Elektro. Ich wollte wieder zurück in die Zeit wo ich ohne E-Bike unterwegs war. Dort wo ich mein Rad festmachte lehne ein Wanderstock und wartete auf mich. Ich fühlte mich mit diesem Haselstecken sofort verbunden und ging raschen Schrittes los, ich wollte es mir beweisen, eine Rekordzeit aufstellen. Es dauerte gar nicht lange, da kam mir eine Frau entgegen und gegen die Sonne konnte ich sie nicht genau ausmachen. Doch als sie meinen Namen rief und überglücklich war mich zu treffen, erkannte ich eine Freundin aus Mödling und wir hockten uns auf einen morschen Baumstamm und verloren uns im Gespräch. Es war gut den Gleichklang zu fühlen und ich liebte den Austausch mit ihr. Keine Ahnung wie lange wir gesessen hatten, die Sonne tauchte alles in ein goldenes Licht und ich wollte weitergehen. Ich kannte den Weg gut, bin ihn allerdings heuer noch nicht gegangen. Ein Kahlschlag da links ist seither neu und statt dem verträumten Pfad bahnt sich nun eine frisch aufgeschüttete Forststraße den Weg durch den Mooswald. Es macht mich immer wieder traurig, wenn ich sehe wie der Forst den Wald immer noch als gewinnbringendes Objekt sieht und keine Achtung und Wertschätzung für Baumwesen aufbringt. Meine Wut und Ohnmacht legte sich als ich wieder in den alten vertrauten Wanderweg biegen konnte und in die Mooswelten eintauchen durfte. Ein Parasol animierte mich den Weg zu verlassen und weckte in mir das Schwammerlfieber. Ich folgte meiner Intuition, rauf, runter, durch einen Bach....und da war ich angekommen. Ich landete in einem Wald, den ich noch nie betreten hatte, nicht kannte. Es duftete nach modriger Heimeligkeit, Heidelbeeren, Eierschwämme, Steinpilze wechselten sich ab und ich brauchte mich nur auf die Knie fallen lassen und dankbar sein für diese Fülle, mit der mich Mutter Erde beschenkte. Meine Schritte setzte ich langsam, vorsichtig, achtsam um nichts zu zertrampeln, ich fühlte wie mich der Wald willkommen hieß. Ich konnte plötzlich wahrnehmen, dass die Bäume entspannt waren und ich ließ meine Hände an ihren feuchten Rinden entlang gleiten. Ich hab mein ganzes Leben noch nie so große Eierschwämme in so einer Fülle gesehen. Ich brauchte nicht zu suchen, es war einfach unglaublich. Ich hatte gar nicht vorgehabt Schwammerl finden zu gehen. Nun räumte ich meinen Rucksack leer und füllte ihn behutsam mit all den Köstlichkeiten, die mir der Wald zur Verfügung stellte. Ich begann meine Dankbarkeit zu murmeln und dann redete ich mit den Pilzen, den Bächen und den geborgenen Plätzen unter den großen Tannen. Es war alles so vertraut und ich fühlte mich so sicher und geborgen. Ich wusste, dass Mutter Erde für uns alle sorgt und dass alles einem Plan folgt, dass alles Sinn macht. Wie weise diese Welt doch ist und wieviel wir lernen können. Ich hab mir vorgenommen , ab nun jeden Tag mit einem großen Danke zu beginnen. Dankbarkeit weckt ein Gefühl von Fülle und macht mich zufrieden und glücklich.

Daheim angekommen verschenkte ich einen großen Teil meiner Schwammerln der Nachbarin und dann machte ich Feuer im Ofen und kochte eine köstliche Schwammerlsoße, panierte die Parasole, schnitt die Herrenpilze und legte sie zum Trocknen. Was für ein Tag!



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