"Aber was ist das NEUE Monika"... fragen mich die Menschen...





Ich konnte es lange nicht beantworten und ich hatte kein konkretes Bild vom "Neuen". Ich konnte das Neue nicht in Punkte, Gesetzte, Erklärungen packen. Aber ich habe ein Gefühl von dem Neuen. Ich will versuchen es hier zu beschreiben. Wenn ich über "das Neue" spreche, dann ist da eine Wärme in meinem Herzen, ein weiter Raum, unbeschrieben, aber nicht leer. Es gibt in diesem Raum kein Richtig und kein Falsch, und auch kein Sowohl als auch....der Raum ist ausgefüllt von einem tiefen Wissen, das größer ist als alles, was ich bisher kenne und wir Menschen sind Teil von diesem Wissen und werden unterstützt von dem, was uns umgibt, mit dem wir angebunden und in Resonanz sind....und dieser Raum ist nicht begrenzt.

Dank Corona finde ich Zeit zum Lesen. Im Buch von Heike Pourian finde ich plötzlich in einem Unterkapitel, mein Gefühl vom Neuen in Worte gefasst und ich will es mit euch teilen.

Nach der Demokratie...

"Eine große Turnhalle voller Leute, die sich bewegen. Zunächst ruckelt und holpert es ziemlich. Manche hier wirken bemüht locker, anderen ist ihre Unsicherheit und Orientierungslosigkeit deutlich anzusehen. Einige sind ganz still und lauschen, wieder andere sind intensiv damit beschäftigt, ihren Körper aufzuwärmen, sich zu dehnen, zu schütteln. Ich sehe geschlossene Augen, der Blick scheint nach innen gerichtet, und Augenpaare, die wach im Raum herumreisen. Menschen bewegen sich in den unterschiedlichsten Raumebenen, Geschwindigkeiten und Qualitäten. Allein, zu zweit, in wechselnden Konstellationen. Es gibt keinen Plan und keine Musik, die einen Rhythmus vorgibt. Keine Choreographie. Niemand weiß, was als nächstes passieren wird. Und niemand macht Ansagen, was zu tun ist. Es ist zunächst ein wildes und beliebiges Nebeneinander von Aktivitäten - bis sich allmählich eine Stimmigkeit einstellt und sich im Chaos Schönheit und Ordnung offenbaren. Ich stehe staunend und hellwach mitten in der Halle und spüre, dass alle am richtigen Platz sind. Und dass das Ganze, das ich hier bezeuge, mehr ist als die Summe seiner Teile. Dass alle im Raum bereit sind, sich von der Lebendigkeit der hier versammelten Menschen durchdringen zu lassen und ihr ganz Eigenes zur Gestaltung dieses Kunstwerks beitragen. Dass hier in jeder Minute hunderte von kleinen Entscheidungen getroffen werden, für die es keine Gesetzte, kein Mehrheitswahlrecht und keinen Minderheitenschutz braucht, sondern - ganz im Gegenteil - dass sich das hier nur aus einer großen Freiheit und Selbstverantwortung heraus entfalten kann: in einem bewusst geschaffenen und begeistert genutzten Raum. Hier geschieht Gestaltung aus der Wahrnehmung heraus. Und da passiert es, dass mir die Frage vor die Füße fällt, die aus einem Gespräch neulich in einer entfernten Ecke meines Bewusstseins hängen geblieben ist: Was kommt nach der Demokratie? Also was kommt, wenn wir Demokratie als System nicht mehr brauchen, um unser Zusammenleben als Menschen zu organisieren?

Das hier kommt nach der Demokratie!

Es kommt in dem Moment, wo wir die Kontrolle ganz haben und ganz aufgeben und darauf vertrauen, dass die Urkraft des Lebens eine kooperative, verbindende und hingebungsvoll verwobene ist. Was ich hier bezeuge ist das schöpferische Spiel der sprudelnden, ungebremsten und verbundenen Vielfalt. Gerechtigkeit kommt mir plötzlich wie ein kleinliches Konzept vor.Dies ist ein Zustand jenseits von gerecht und ungerecht. Ich vermute, so könnte die Politik der Zukunft aussehen."


Danke Heike! Mir hat das sehr geholfen für mein inneres Bild, nun ist es kompletter geworden und vor meinem geistigen Auge taucht die Weisheit der Schneeglöckchen auf, die wissen wann es Zeit ist auszutreiben und ihre Köpfe durch´s Erdreich zu recken. Irgendwo in uns schlummert doch auch diese Intelligenz, wir wollen uns mit ihr wieder verbinden!


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