Entgiften mal anders

July 7, 2018

 

 

 

Am späten Nachmittag merke ich, dass ich heute meine Wohnung noch nicht verlassen habe und noch immer im Nachtgewand bin. Ich gehe durch tiefe Prozesse und es fühlt sich so an, als bräuchte es dafür den Schutz meiner Wohnung. Gegen 17 h mach ich mich fertig, zieh mich an und folge dem, "was sich gehört". Raus in die Natur. Ich schnappe mein E-Bike und versuche den Prozess draußen mir genauer anzusehen. Zuerst überseh ich ein Auto von rechts und schaff nur mit einer Notbremsung einer Konfrontation zu entgehen, ich merke ich bin noch nicht bereit für die Welt da draußen. Ich konzentriere mich und radle die Seestrasse entlang, dann ruft´s mich auf einen Berg. Ich nehme den falschen Weg und komme abermals fast zu Sturz, so tief sind die Furchen, so groß die Steine und so tief der Schlamm. Ich dreh um, scheitere und fühl mich unsicher. Wieso erzählen mir so viele Menschen, dass sie diese Bergtour radeln und ich fühl mich außer Stande diese Strecke zu bewältigen. Ich schiebe bergab, mir ist der Weg zu steil. Unten radle ich den See weiter und entdecke dabei den Radweg auf diesen Berg. Ich schmunzle und fahre gemütlich eine stetig ansteigende Forststrasse hoch. So ist es im Leben, mal holprig und schwierig und mühsam und ein paar Meter daneben ganz easy und bequem. Ich radle immer weiter, in die Walderdbeeren und Heidelbeeren, in die Pferdeminze und nasch von überall. Eine Stimme sagt mir ich soll essen um zu entgiften. Ich versteh plötzlich den übertragenen Sinn des Wortes entgiften. Ja die Natur und Ruhe und Abendstimmung entgiftet meine Hirnzellen, die eigenartige Gedanken denken. Ich besinne mich, halte inne, richte mich neu aus und leg mir ein bisschen blühenden gelben Digitalis aufs Herz. An der Weggabelung treffe ich Hekate, sie winkt mir zu und ladet mich ein. Ich lass mein Rad stehen und leg mich mitten auf den Kreuzungspunkt auf den Schotter...fühle nach... wo soll ich weiter gehen? Die Göttin der Weggabelung meint es gut mit mir...ich hab verstanden und trete den Heimweg an. Im letzten Abendlicht komm ich völlig ausgefroren nach Hause und die heiße Badewanne wärmt mich.

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